Lauftreff - Abteilung

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23.05.2019

Rennsteiglauf 2019: Das schönste Ziel der Welt ist Schmiedefeld!


Am Samstag 18. Mai haben sich sieben Spitzberg-Marathonis aufgemacht zum Rennsteiglauf in den Thüringer Wald. Auf verschiedenen Distanzen von Halbmarathon bis zum Ultramarathon sind sie zusammen insgesamt 327 km gelaufen. Das gemeinsame Ziel für alle Rennsteigläufer ist Schmiedefeld.

Bei der 47. Auflage des Rennsteiglaufs sind von unseren vier Damen Heike Fiege, Corinne Flaisch und Fatima Werz ab Oberhof zum Halbmarathon über 21,1 km gestartet, Jasmin Lehmacher ist von Neuhaus die gesamte Marathondistanz über 42,2 km gelaufen. Unseren drei Herren Martin Fiege, Thomas Schmid und Wolfgang Werz war der normale Marathon noch zu wenig, sie haben sich den langen Kanten, nämlich die Ultrastrecke über 73,9 km mit Start in Eisenach gegeben.

Martin Fiege berichtet:

Nach vielen, vielen Trainingsläufen waren wir am Samstag früh voller Vorfreude. Das Wetter war perfekt und so standen wir drei "Ultras" nach einer sehr kurzen Nacht kurz vor 6 Uhr am Start auf dem Marktplatz in Eisenach. Die Stimmung am Start ist legendär und mit dem Schneewalzer zum Warmschunkeln und dem Rennsteiglied im Hintergrund, ging es pünklich um 6 auf die Strecke. Vor uns lagen zunächst gut 25 km bergan zum Inselsberg. Hier waren ca. 700 Höhenmeter zu überwinden. Wir sind langsam angegangen und so manche steile Pasagen auch gegangen. Es hieß erst einmal Kraft sparen. Nach knapp 3 Stunden sind wir gemeinsam am Inselsberg angekommen. Jetzt stand die Sonne schon recht hoch und ich (Martin) wechselte erst einmal mein Shirt von Lang nach Kurz. Dann ging es sehr steil bergab. Einige besonders Vorsichtige hangelten sich hier rückwärts (!) am Geländer entlang runter. Auf welligem Profil ging`s weiter bis zum nächsten psychologisch wichtigem Zwischenziel, nämlich der normalen 42 Kilometer Marathon Distanz. Das hat man übrigens gar nicht so recht mitbekommen, da die Kilometerschilder nur bei den vollen 5 km Abschnitten aufgestellt waren.

Inzwischen waren Heike, Corinne und Fatima nach Start um 7:30 Uhr bereits am Ziel in Schmiedefeld angekommen. Wegen der vielen Starter beim HM (ca. 8.000), zum Teil enger Wegführung und auch etlichen Höhenmetern, war das kein Lauf für Bestzeiten. Viele Überholmanöver waren notwendig, um überhaupt voran zukommen.

Für uns drei Ultraläufer kam erst einmal die 50 km-Marke, puh geschafft, schon ein wenig stolz waren wir, so weit am Stück gelaufen zu sein. Dann aber gleich realisiert, dass ja noch 24 km vor uns liegen.... Aber die super ausgestatteten Verpflegungsstände luden immer wieder zu einer ersehnten Pause ein. Es gab alle Arten von Getränken (Wasser, Apfelschorle, Tee, Haferschleim, Schwarzbier...) sowie feste Nahrung von Obst bis zu Wiener Würstchen und später auch noch frisch gegrillte Thüringer Rostbratwürste! Wer einen robusten Magen hat, kann sich auf der Strecke richtig satt essen. Ich persönlich habe mich mit Apfelschorle und einigen Gels begnügt. Bei Kilometer 54,2 am Oberhofer Skizentrum hat man die Möglichkeit mit einer gewerteten Zeit "auszusteigen", aber nun waren wir soweit gekommen.... Jetzt machten sich die langen Vorbereitungsläufe bezahlt und die nächsten Kilometer vergingen wie im Fluge. Immer rauf und runter über Wurzelwege, schottrige Forstwege und steinge Passagen. So langsam tat das Laufen bergab mehr weh als aufwärts. Die Beine wurden immer müder und schwerer. Die "Schmücke" der letzte große Verpflegungspunkt war nach 65 Km erreicht. Ab jetzt ging es bloß noch mehr oder weniger bergab. Bald ist dann auch schon der Trubel im Ziel in Schmiedefeld zuerst zu hören und dann schon fast zu sehen. Mit einer herzlichen Gastlichkeit, Beifall, Jubel und den Ansagen der Zielsprecher wurden wir im Ziel von Einheimischen, Gästen und natürlich unseren Frauen empfangen. Die 73,9 Kilometer von Eisenach bis Schmiedefeld hatten wir geschafft, waren nach gut achteinhalb Stunden Strapazen zwar erschöpft aber stolz und glücklich im Ziel angekommen! Auch wenn man nicht der erste ist, jeder Rennsteigläufer ist ein Sieger und besonders natürlich jene, die diese lange Strecke bewältigt haben. Die Abschlussparty am Abend im Festzelt in Schmiedefeld war dann noch der absolute "Knaller"!

Wir können sagen: Schmiedefeld ist bestimmt das schönste Ziel der Welt; aber der Weg dorthin ist, wenn auch beschwerlich, mindestens genau so schön!

Ergebnisse:

Strecke Name Zeit Platz gesamt Platz Altersklasse
         
Halb- Heike Laufer-Fiege 02:03:29   345   54. W45
Marathon Corinne Flaisch 02:34:40 1632 252. W45
  Fatima Werz 02:34:40 1633 253. W45
         
Marathon Jasmin Lehmacher 04:51:36   232   51. W40
         
Ultra- Martin Fiege 08:31:05   585  124. M50
Marathon Thomas Schmid 08:34:50   606  106. M45
  Wolfgang Werz 08:34:51   607  130. M50
         



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