Lauftreff - Abteilung

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14.07.2017

Heiß, heißer, Ironman Frankfurt!


So 9. Juli in Frankfurt: 3,8km Schwimmen +180km Radfahren + 42,2km Marathon, unsere eiserne Lady Jasmin Lehmacher hat`s erfolgreich durchgestanden.

2. Juli, Sonntag; noch eine Woche bis Frankfurt. Ich gehe morgens um 6 Uhr im Freibad schwimmen, um 8 Uhr starte ich mit dem TSV Lauftreff zu einer größeren Runde durch den Rammert. Beim Laufen erwischt mich eine Biene. Der Stich tut weh, aber erst mal denke ich mir nichts weiter dabei. Im Laufe des Tages schwillt der Bereich um die Einstichstelle, es tut immer noch weh. Aber so schlimm kann es ja nicht sein….
3. Juli, Montag; das Bein ist ganz schön geschwollen und heiß. In der Arbeit angekommen vereinbare ich für den Nachmittag einen Termin beim Arzt. Das Bein wird minütlich dicker und dicker. Langsam mache ich mir sorgen. Das Ergebnis: eine Wundrose, min. zehn Tage Antibiotika und eine Krankschreibung für die Woche.“ Super“ und noch 6 Tage bis Frankfurt…
7. Juli, Freitag; die Drogen wirken gut und schnell, so dass ich am wie geplant nach Frankfurt (s. Bild Frankfurt) fahre. Dort angekommen schnell die Tiefgarage des Hotels besetzt, Startunterlagen geholt und den mir aus dem letzten Jahr bekannten Italiener überfallen. Den Rest des Tages im Hotelzimmer mit Beine hoch und Fernsehen verbracht; nur zwischendurch noch die Dinge für den morgigen Check-In vorbereitet.
6. Juli, Samstag; noch ein Tag. Über Nacht kam die Aufregung. Mir ist schlecht, ich gehe zwar zum Frühstück, aber essen kann ich nichts. Um 8 Uhr geht’s zum Supermarkt, Wasser kaufen. Zurück im Hotel stellt sich mir die Frage: wie blöd kann man eigentlich sein? Ich hatte vergessen, Zahncreme einzupacken. Und soeben im Supermarkt habe ich sie erneut vergessen. Also wieder los. So kriegt man den Vormittag auch rum. Zurück im Hotel: Füße hoch, Fernseher an, warten….der Shuttlebus zur Wechselzone am See fährt um 11:30 Uhr.
Um 11 mache ich mich auf den Weg; es stehen schon weitere Teilnehmer an der Haltestelle (s. Bild warten Bus). Mit dem Shuttle könnte man bei „Wetten dass“ auftreten: wie viele Athleten mit Fahrrad und Gepäck passen in einen Linienbus? (s. Bild Shuttlebus)
Das Einchecken ist kurz und schmerzlos. Fahrrad abgestellt, Wechselbeutel aufgehangen, Wechsel-beutel 2 zum Transport in die andere Wechselzone abgegeben, fertig. In der Wechselzone komme ich mit einem Teilnehmer ins Gespräch. Wir setzen uns noch an den See – man könnte es für Urlaub halten – (s. Bild Langener Waldsee) quatschen und fahren irgendwann zurück nach Frankfurt.
Eli, so heißt er, wohnt in Frankfurt. Ich fahre nachmittags zu ihm nach Hause, wir kochen zusammen und machen unsere eigene Pastaparty. Da mein Hotel direkt am Veranstaltungsgelände und auch an der Bushaltestelle liegt schlage ich vor, dass er bei mir im Hotel schlafen kann. Dann kann er sich den nächtlichen Weg durch Frankfurt sparen. Gesagt, getan. Zurück in Richtung Hotel. Auf dem Weg noch ein Eis gegessen, am Main gesessen und viel zu spät ins Bett gegangen. Der Wecker zeigt an: verbleibende Zeit bis Alarm: 3:38 – neeeiiiin!!!
7. Juli, Sonntag, der Wecker klingelt um 3:25 Uhr: warum tue ich das?? Wir stehen auf, ziehen uns an, nehmen unsere Sachen und gehen zum Bus, Abfahrt 4 Uhr. Was tue ich hier eigentlich? Ich könnte im Stehen schlafen. Im Bus etwas Unterhaltung durch drei Jugendliche, die als Zuschauer dabei waren. Sie haben mit ihrem Athleten gewettet, dass es ihnen am Start schlechter geht als ihm. Sie haben durchgemacht. Aber irgendwie machen sie nicht den Eindruck, als ob es ihnen schlecht ginge. Ich bin müde und hoffe, dass sich das noch ändert.
In der Wechselzone das Trinksystem gefüllt. Noch mal den Wechselbeutel gecheckt, Neo an und ab in den See. Es wird hell und langsam werde ich wach. Um 6:30 Uhr geht’s endlich los. Bis ich im Wasser bin ist es 7 Uhr. Die ersten Meter kosten mich Zeit. Es ist trotz Rolling Start zu voll und ich muss mich erstmal freikämpfen. Irgendwann g ing es aber; bis die Schwimmrichtung wechselte und man in die aufgehende Sonne schaute. Scheiße wo ist die Boje?! Man hat nichts mehr gesehen. In der Hoffnung, dass die vor mir die richtige Richtung eingeschlagen haben schwimme ich hinterher. Klappt! Meine angestrebte Schwimmzeit habe ich durch die Startschwierigkeiten nicht erreicht, aber sie ist noch im Rahmen.
Raus aus dem Teich, durch den Sand den Hügel hoch – wer lässt sich sowas einfallen? –in die Wechsel-zone. Rad geschnappt und weiter geht’s. Die erste Radrunde war zeitlich noch im Rahmen; gegen Mittag merke ich jeden Meter, wie es heißer und heißer wird. So ein Mist! Ich nehme jeden Schlauch und jede Wasserflasche um mich zu kühlen. So wirklich klappt es nicht. Irgendwann kamen leichte Kopfschmerzen dazu; ich sehne das Ende der Radstrecke herbei. Und irgendwann war es endlich da.
Aber jetzt noch einen Marathon laufen?! Das kann ich nicht, ist mein Gedankengang. Ich kann nicht, ich will nicht, ich mache das nicht. Basta!
Ich brauche einen Moment, um mir in den Ar…. zu treten. Mache in der Wechselzone bewusst langsam. Dass es mit der angestrebten Zeit nichts wird war ohnehin inzwischen klar. Also sch…. auf die paar Minuten. Nach guten fünf Minuten denke ich: es hilft nichts. Also los. Ich laufe bewusst langsam, aber ich laufe. Es ist heiß. Die Stimmung an der Strecke ist super. Das hilft.
Alle 1,5 km gibt es eine Verpflegungsstation. An jeder Station eine Wasserdusche; die ist auch dringend nötig. Kaum nass, ist man bis zur nächsten Station schon wieder trocken. Wer braucht da noch Hawaii?! Nach gut zwei Stunden merke ich ganz leicht meinen Kreislauf. Aufpassen ist angesagt.
Die letzte Runde war ich platt. Aber ich wusste, von der Zeit her reicht es mir. Also keinen Stress und sich freuen. Zumal ich einige überrundet habe, die es nicht mehr schaffen konnten, weil sie noch ein oder sogar zwei Runden gehabt hätten. Da geht’s mir doch gut!
Endlich! Band Nummer 4. Noch zwei km ins Ziel. Meine Stimmung steigt wieder. Und dann kommt die Abzweigung hoch zum Römer. Mir ist zum heulen, eine Mischung aus Freude und Erleichterung. Die Zuschauer jubeln, beglückwünschen mich, klatschen mich ab. Das war der bislang beste Zieleinlauf!!
Im Ziel gibt’s die Medaille, ich kippe beim umhängen fast vorne über, ist das Ding schwer. (s. Bilder Zieleinlauf und Zieleinlauf II sowie Medaille).
Kaum im Ziel merke ich, wie platt ich bin. Also gleich weiter. Finishershirt, Rad und Beutel holen und nur noch ins Hotel. Mein neuer Zimmernachbar ist schon da. Er war „etwas“ schneller. Ich werde mit Burger und Pommes begrüßt (s. Bild After Race Verpflegung). Im Normalfall würde ich ja lieber verhungern, als DAS zu essen. Aber in dem Moment war es einfach nur geil. Wir tauschen uns über unsere Erlebnisse aus und irgendwann schlafen wir ein.
10. Juli, Montag; trotz Schlafmangel und Erschöpfung sind wir um kurz nach 6 wieder wach. Also ab zum Frühstück, erst mal das Buffet plündern. Eli fährt anschließend nach Hause, ich packe und fahre zurück nach Tübingen. So schnell ist alles wieder vorbei. Bis zum nächsten Mal….




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